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Besteht die Gefahr, dass durch den Anbau schädlings- oder herbizidresistenter Pflanzen ein "Superunkraut" entsteht, bei dem die bestehenden Methoden zur Unkrautbekämpfung wirkungslos sind?
Das so genannte "Superunkraut", das sich ungehindert über ganze Ökosysteme verbreitet und nicht mit Herbiziden gestoppt werden kann, ist eine Fiktion. Unbestritten ist dagegen, dass es Probleme mit aggressiven und herbizidresistenten Unkräutern gibt. Diese Probleme sind aber nicht neu. Sie sind bereits bei herkömmlich gezüchteten Nutzpflanzen aufgetreten, und es ist damit auch bei gentechnisch veränderten Pflanzen zu rechnen. Solche Probleme entstehen entweder durch den übermässigen Einsatz eines einzelnen Herbizids oder durch die Übertragung eines Merkmals für Herbizidresistenz auf eine verwandte Wildpflanze, die damit zu einem Unkraut wird [Sun, 1992][Itoh, 2000][Brulee-Babel, 1997].Solche Ereignisse führen nicht zu einer Umweltkatastrophe, sie vermindern aber die Wirksamkeit entsprechender Strategien und beschränken die Anzahl der Pflanzenschutzmassnahmen, die den Landwirtschaftsbetrieben zur Verfügung stehen. Damit solche Zwischenfälle vermieden werden können, sind gut abgestimmte und angemessene Pflanzenschutzmassnahmen erforderlich. Entsprechende Strategien wurden bereits ausgearbeitet und sind sowohl bei herkömmlich gezüchteten als auch bei gentechnisch veränderten Nutzpflanzen angebracht [Gressel, 1996][Gardner, 1998].

Die unbeabsichtigte Übertragung gentechnisch eingeführter Merkmale auf andere Pflanzen innerhalb einer Art wurde erstmals in Kanada bei Raps beobachtet, der gegen drei verschiedene Herbizide resistent ist [Hall, 2000]. Da bekannt ist, dass sich Raps leicht auskreuzen kann, war bereits vor der Freisetzung herbizdtoleranter Rapssorten darauf hingewiesen worden, dass mit "multiresistenten Wildformen von Raps" gerechnet werden muss. Solche multiresistenten Rapspflanzen waren aber als geringes Risiko eingestuft worden, da wildwachsende Rapssorten mit alternativen Herbiziden wirksam bekämpft werden können. Mit entsprechenden Massnahmen wäre es aber nicht nur möglich, sondern im Hinblick auf die Wirksamkeit der Strategie auch sinnvoll gewesen, die Übertragung der Resistenzgene zu verhindern.Ob GVO-Pflanzen zur Entstehung aggressiver, herbizidtoleranter Unkräuter beitragen, hängt von verschiedenen Faktoren wie Standort, Pflanzenart und eingeführtem Merkmal ab. Raps ist zum Beispiel eine Nutzpflanze, bei der natürlicherweise Kreuzungen von kultivierten und wildwachsenden Sorten auftreten, und selbst wenn diese Hybride in der Regel nur beschränkt fruchtbar sind, können fertile Nachkommen mit dem neuen Gen entstehen [Mikkelsen, 1996].

In den USA und in Europa haben aber die meisten Nutzpflanzen keine wildwachsenden Verwandten, die sich mit gentechnisch veränderten Pflanzen kreuzen können [Gressel, 1999].Bei der ersten in den USA eingeführten GVO-Pflanze, von der es im Anbaugebiet wildwachsende Verwandte gibt, handelte es sich um eine virus-resistente Kürbissorte (Link). Der Animal and Plant Health Inspection Service (APHIS) des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums hatte davor die Zulassung zum kommerziellen Anbau vom Nachweis abhängig gemacht, dass das entsprechende Virus wildwachsende Kürbissorten nicht infizieren kann. In diesem Fall handelte es sich also um ein Gen, dessen Auskreuzung kaum Schaden anrichten kann: das allfällig übertragene Virusresistenz-Gen bringt der wildwachsenden Kürbissorte keinen selektiven Vorteil [Kling, 1996].Eine Möglichkeit, die Entstehung herbizidresistenter Unkräuter zu verhindern, besteht in der Einführung eines Gens, das Nachkommen aus GVO-Pflanzen und wildwachsenden Verwandten gegenüber den Eltern benachteiligt. Denkbar wäre zum Beispiel ein Gen, welches das Herabfallen der Samen verhindert. Dies hätte keine Auswirkungen auf die kultivierten Nutzpflanzen, bei denen die Samen geerntet werden. Wildwachsende Pflanzen sind dagegen auf eine schnelle und effiziente Verbreitung ihrer Samen angewiesen [Gressel, 1999].

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